Warum nur gefederte Spitzen ?

23.12.2016 17:25

Warum bauen und vertreiben wir eine gefederte Wendespitzen ?

Anfänglich habe ich das immer weit von mir gewiesen und in der Rubrik “Dinge die die Welt nicht braucht” abgelegt.

Dann kam aber unsere 1. Bodenseetour, die vom Streckenprofil her extrem anspruchsvoll ist. 2 Tage auf den Rollen und vor allem starker Stockeinsatz wegen den sehr vielen steilen Anstiegen. Nach einer gewissen Zeit wird man halt müde und die Präzision der Stockführung und der entsprechende Einsatz lässt gewaltig nach – bei mir zumindest.

Das hat dazu geführt, dass mir die Armbeugen nach der Tour so stark schmerzten, dass ich 1 Woche danach nicht zum Skaten bin.

Nun war ich überzeugt dass doch eine gefederte Spitze her muss. Allerdings war ich von dem am Markt befindlichen Material nicht überzeugt in Bezug auf Langlebigkeit.

Also musste was eigenes her. Da ich eh den Willi als gelernten Werkzeugmacher und findigen Entwickler an der Hand hatte war klar wer dafür prädestiniert ist.

Wir haben einige Informationen und Ideen ausgetauscht und es kam ein super Produkt dabei heraus (großes Lob an Willi). Bevor ich es aber in den Verkauf tat musste eine ausgiebige Testphase absolviert werden. (Also nicht im Labor und nicht mit Prüfprotokollen – sondern einfach nur im Alltag).

Die Feuerprobe war dann die Bodenseetour 2010 – wieder 2 Tage Cross Skating von Reutlingen nach Wasserburg und jeden Tag ca. 110 Km.

Ich hatte Null Probleme mit den Gelenken und konnte auch nach der Tour sofort wieder ohne Schmerzen Cross Skaten. Fazit: Test bestanden.

Aufbau: Der Grundkörper ist aus Kunststoff der sehr gebräuchlich im Maschinenbaus ist und oft zur Lagerung verwendet wird. Darin läuft dann die aus Alu bestehende Spitzenhalterung. Das Ganze ist natürlich verdrehungssicher aufgebaut. Der Federweg beträgt max. 7 mm. Es soll ja auch nur der erste Stoß beim Aufsetzen abgefangen werden.

Montage: das geht genauso wie bei anderen Rollerspitzen. Alte Spitze entfernen, Stock vom Restkleber befreien, etwas Heißkleber in den Grundkörper und auf den Stock schieben (schnell sonst kühlt der Kleber gleich aus). Wichtig die Ausrichtung beachten damit die Spitzen auch in die richtige Richtung zeigen (bei verstellbaren Stöcken einfacher aber bei Fixlängen unbedingt drauf achten).

Wendespitze: Hartmetall – Stern mit 4 Spitzen. Die können zum einen nachgeschliffen werden, wenn sie denn nicht mehr so scharf sind und zudem gedreht werden. Also 4–facher Nutzen. Kleiner Nebeneffekt: die brechen nicht so leicht ab. (Ihr wisst ja, Ritzen und Fugen, da kann schon mal eine Spitze auf der Strecke bleiben). Achtung: die Schraube sollte Sicherheitshalber mit Schraubensicherung eingeklebt werden.

Nachteil: ein relativ hohes Gewicht. Anfänglich ist das schon sehr zu bemerken. Irgendwann hat man sich dran gewöhnt, so dass sie nicht mehr auffallen.

Vorteil: Absorption der Schläge beim aufsetzen (spürbar und hörbar). Lange Nutzungsdauer der Hartmetallspitze mit 4 Spitzen.

Bei mir hält der Grundkörper so ca. 5000 Km, davon sind mindestens 80% Asphalt und der Rest dann Cross ist.

Wobei Cross dann vorwiegend Schotter bedeutet – was eine sehr starke Belastung für die Spitzen und die gesamte Mechanik darstellt.

Was passiert: Die Laufflächen des Grundkörpers (Kunststoff) laufen ein und alles fängt an ganz schön Spiel zu bekommen. Das geht ja noch - aber es brechen dann schon mal die Federn.

Die Wendespitze (Hartmetall Stern) halten bei mir so ca. 2-3.000 Km. Ich schleife alle Spitzen immer wieder nach - bis dann alle 4 zu kurz sind. Da muss man halt aufpassen, dass man dem Alu-Körper nicht zu sehr beschädigt, wenn die Spitzen so kurz sind.


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